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Die alten Griechen kannten mehr als nur ein Wort für die Liebe. In zwölf eingängigen Kompositionen beleuchtet Samuel Harfst die Licht- und Schattenseiten einer Reise, die nicht nur aus Liebe bestand, doch deren einziger roter Faden sie zu sein scheint. Dabei gewährt Samuel Harfst tiefe Einblicke in eine schillernde Künstlerseele, die schon lange die Grenzen des rein autobiographischen überschritten hat.

„Bin geladen bis zum Rand
Ein Korb voll wilder Bienen
In mir tobt ein Sturm
Doch ich verziehe keine Miene.”


(aus „Korb voll wilder Bienen“)



„Chronik einer Liebe“ ist mehr als ein Album, es ist eine Geschichte. Sie erzählt von Musik, Heimat, der Liebe zum Moment, aber auch von Tod und dem damit verbunden Kampf um die Hoffnung.
 Seine eigene Reise führte Samuel Harfst vom Straßenmusiker ins Vorprogramm von Whitney Houston, von selbstaufgenommenen Kellerproduktionen zum Major-Deal mit EMI Music, aus den Fußgängerzonen Deutschlands in die Herzen jeder Menge Fans. Sein Geheimnis? Wahrscheinlich die bestechende Art, das Herz so unaufdringlich auf der Zunge zu tragen.

Der mittelhessiche Sänger, Komponist und Autor ist fester Teil einer Künstlergemeinschaft, die ihren Sitz in Hüttenberg hat. Hier arbeiten die befreundeten Musiker Tür an Tür und greifen gemeinsam nach den Sternen. So auch Robert Laupert der die Band hin und wieder live begleitet und dieses musikalische Meisterwerk produziert hat. Ihm gelang es, den intimen Live-Sound der Band spielerisch mit warmen Beats, Streichern, Bläsern und elektronischen Elementen zu verbinden. Das Beste aus zwei Welten fügt sich nahtlos zusammen und präsentiert sich als konsequente Weiterentwicklungen des unverkennbaren Sounds von Dirk Menger, David Harfst und Samuel Harfst.

Wir entdecken spannende neue Facetten eines aufstrebenden deutschen Künstlers, dem es auch beim siebten Album nicht an unerhörten Ideen fehlt.

“Ich wusste nicht wohin
Mit den Scherben dieser Liebe
Habe sie geschluckt
Hab sie aufgeschrieben…”

(aus „Liebe macht blind“)

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PRESSEKONTAKT

Philipp Offermann

email: philipp@samuelharfst.de
mobil: +49 151 – 270 789 18
fax: +49 69 – 999 999 7553

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VIDEOS

INTERVIEW

1. Auf deinem letzten Album bist du einen „Schritt zurück“ gegangen. Nun erzählst du die „Chronik einer Liebe“. Welche Geschichten erwarten den Hörer dieses Mal?

Zuerst einmal ist es natürlich das Album selbst, das diese Geschichte erzählen wird, deswegen möchte ich nicht zu viel vorwegnehmen. Aber man kann sagen, dass „Liebe“ der einzige Begriff ist, der alle Aspekte des Albums miteinander verbindet. Es gibt nicht nur Liebesballaden, sondern auch Lieder, die die unterschiedlichen Bedeutungen von „Liebe“ thematisieren: die Liebe zum Moment, die Liebe zur Musik, die Liebe zur Heimat. Aber das Einzige, was letztlich das Dach über einem Haus mit derart verschiedenen Räumen sein konnte, war eben der Begriff „Liebe“. Deswegen erzähle ich die „Chronik einer Liebe“. Dabei geht es zum einen natürlich um die verschiedenen Stadien der Liebe auf Beziehungsebene: vom Moment des ersten Sehens, übers Verliebtsein, bis hin zur ersten Routine und Brüchen. Zum anderen geht es aber auch um Hoffnung, selbst über den Tod hinaus, wie zum Beispiel in dem Lied „Hilde“. Mein Tipp an dieser Stelle: einfach überraschen lassen. Denn mir ist es immer besonders wichtig, dass das Album selbst diese Fragen beantwortet.

2. In „Schritt zurück“ habt ihr viel Biografisches verarbeitet, wie beispielsweise die Anfänge eurer Zeit als Band. Können wir in „Chronik einer Liebe“ auch wieder mit autobiografischen Themen rechnen?

Ich ziehe generell immer ganz viel aus meiner eigenen Biografie und aus meinen Erlebnissen. Allerdings muss ich sagen, dass ich gerade bei diesem Album häufig auf Geschichten zurückgegriffen habe, die mir von anderen Menschen zugetragen wurden. Es ist zwar immer noch viel Autobiografisches dabei, aber ich habe mich nicht darauf beschränkt. Mir war es wichtig, dass es am Ende tatsächlich eine sehr gute Geschichte ergibt. Bisher habe ich immer viel Wert darauf gelegt, dass das Album ein Spiegel meines eigenen Lebens ist. In meinem Album „Audiotagebuch“ habe ich beispielsweise noch ganz stark eins zu eins Samuel Harfst wiedergegeben. Das war das, was mich bewegte – nicht mehr und nicht weniger. Und das war zu diesem Zeitpunkt auch genau das Richtige. Aber bei „Chronik einer Liebe“ wollte ich mehr Raum für andere Geschichten schaffen. Und genau genommen sind ja die Geschichten, die mir von anderen erzählt wurden und die mich bewegt haben, schon wieder Teil meines eigenen Lebens, meiner eigenen Biografie. Wenn ich mich in die Geschichte eines anderen so tief reindenke, dann wird sie ein Stück weit auch zu meiner eigenen Geschichte. Wenn man sich beispielsweise nach Konzerten mit Besuchern unterhält, und diese Geschichten dann direkt oder auch indirekt mit dir selbst zu tun haben, dann wird es auch Teil deiner eigenen Geschichte. Mein Horizont ist hier einfach ein bisschen weiter geworden.

3. Gibt es etwas, das du beim neuen Album grundlegend anders gemacht hast als bisher?

Ich bin mutiger geworden. Ansonsten glaube ich nicht, dass irgendetwas grundlegend anders ist. Es ist eher die Weiterführung eines Prozesses, der sowieso schon im Gang war: Zum Künstlerdasein gehört es ja schließlich dazu, dass man sich immer wieder neu erfindet. Auch musikalisch haben wir wieder mit vielen Musikern zusammengearbeitet, die bereits beim letzten Album dabei waren. Es gibt also auf jeden Fall eine Konstante. Aber bei den Liedtiteln und Texten bin ich definitiv mutiger geworden. Ich habe auch früher schon provokante Texte geschrieben, aber dieses Mal hatte ich den Mut, sie auch zu veröffentlichen – und damit gleichzeitig dem Zuhörer ein bisschen mehr zuzutrauen. Ich denke, es sind immer noch alle Elemente da, die zu einem guten Samuel-Harfst-Album dazugehören. Aber ich habe festgestellt, dass ich sehr mündige Zuhörer habe, die es vertragen können, wenn ich „frei Schnauze“ komponiere und aufnehme. Was sich außerdem verändert hat, hängt mit dem Prinzip „Wer suchet, der findet“ zusammen. Das ist mir sehr wichtig geworden. Manche Aussagen, die ich in meinen Liedern mache, springen den Hörer nicht gleich an. Aber diejenigen, die auf der Suche nach Tiefe sind, werden sie auch finden. Mir war es wichtig, eine Vielschichtigkeit im Album zu schaffen. Man soll es einerseits gut anhören können, und trotzdem soll auch etwas für die „Goldgräber“ zu holen sein. Wertvolle Perlen liegen ja auch nicht einfach am Strand, sondern man muss tauchen, um sie zu finden.

4. Viele Fans werden sich darüber wahrscheinlich sehr freuen: Der Publikumsliebling „Fürchte dich nicht“ hat es auf das Album geschafft. Warum glaubst du, dass dieser Song so beliebt bei euren Fans ist?

Ich finde, prinzipiell ist es erst einmal eine sehr schöne Komposition. Aber auch das Thema ist wichtig und besonders. Ich glaube, dass viele Menschen mit Angst und Furcht zu kämpfen haben und aus falscher Scham oftmals nicht darüber sprechen. Der Song spricht damit ein Thema an, über das sonst eher geschwiegen wird – obwohl es viele Menschen beschäftigt. Außerdem ist die Perspektive des Lieds ungewöhnlich. Aber abgesehen von diesen Gründen wird es für mich wohl immer unerklärlich bleiben – zum Glück! (lacht)

5. „Ich sag danke, weil ich dankbar bin. Sing Halleluja, weil ich hier Land gewinn. Ich mein es so, und deshalb sag ich’s am Abend eines langen Tags.“ Das ist eine Textstelle in dem Lied „Wasser“. 2016 ist das Jahr der Dankbarkeit, deswegen die Frage: Wofür bist du dankbar?

Konkret sind das solche Dinge, die bereits abgenutzt klingen mögen. Aber gesund zu sein ist schon der Hammer. Heute Morgen bin ich beispielsweise mit dem Fahrrad hergefahren – Wahnsinn, dass man sich so bewegen kann! Außerdem bin ich dankbar dafür, dass ich von dem leben kann, was mir Spaß macht, und dass meine Stimme noch funktioniert. Es gibt für mich ganz viele unterschiedliche Gründe, dankbar zu sein. Aber in dem Lied „Wasser“ geht es um eine dankbare Grundhaltung. Ich glaube, dass Dankbarkeit eine Einstellung ist, die man wählen kann. Man könnte sagen, es ist wie eine Brille, die man sich aufsetzt und mit der man die vielen Dinge sieht, für die man dankbar sein kann. Es ist doch letztendlich immer eine Frage der Perspektive: Ärgert man sich, weil man im Stau steht, oder freut man sich, dass man ein Auto hat?   6. „Eigentlich will ich nur heim“ ist die zentrale Stelle in dem Lied „Heim“, in dem du auch viel über das Leben als Künstler singst. Wo ist deine „Heimat“? Ich bin der Ansicht, dass Heimat ein Gefühl ist und nicht unbedingt ein Ort. Es gibt natürlich auch Orte, wo ich mich sehr heimisch fühle. Wenn man unterwegs ist, kann Heimat die eigene Haustür sein, und wenn man zu Hause ist, ist es vielleicht eine Person, die zur Heimat wird. Und dann gibt es natürlich auch noch eine Heimat darüber hinaus, wenn unsere irdischen Zelte abgebaut werden. Das Deutsche ist voll von Homonymen, also von Worten mit mehreren Bedeutungen, und „Heimat“ ist eines davon. Und dieses wollte ich hier in all seiner Vielfalt beschreiben.

7. Gibt es einen Ort, an dem du am allerliebsten bist?

Der erste Ort, der mir spontan einfällt, ist meine kleine Hütte am See. Dort komponiere ich oft, weil ich hier ganz alleine sein und zur Ruhe kommen kann. Dann lese ich ein bisschen, verarbeite das Gelesene und schon fangen die Ideen an zu sprudeln – und das in einer unglaublichen Geschwindigkeit. Diesen Prozess kann ich aber leider nicht austricksen. Ich brauche komplette Ruhe und die habe ich in meiner Hütte am See. Übrigens ein Ort, der alles andere als luxuriös ist, wo ich aber einfach mit mir alleine sein kann.

8. „So wie’s kommt, wird’s schon gut sein“ ist eine Zeile aus dem Lied „Paradies“. Ist das eine Erfahrung, die du selbst auf deinem bisherigen Lebensweg gemacht hast?

Absolut. Auch hier möchte ich wieder nicht zu viel vorwegnehmen, aber in dem Song geht es größtenteils um die Schätze, die man von seinen Eltern mitgenommen hat. Mein Vater hat diesen Satz oft wortwörtlich so gesagt und genau dieses Gefühl hat er uns auch immer mitgegeben: „Das wird schon gut sein.“ Egal, ob sich jemand den Arm gebrochen hatte oder ob etwas richtig Schlimmes passiert war. Das hat mich sehr geprägt und es ist deswegen auch immer mein erster Gedanke. Und das, obwohl es eigentlich gar nicht meinem Naturell entspricht. Das klingt jetzt vielleicht widersprüchlich, aber ich neige dazu, mir zu viele Sorgen zu machen. Doch gerade dann ist es die Stimme meines Vaters, die mitschwingt: „So wie’s kommt, wird’s schon gut sein.“

9. Neben Konzerten mit deiner Band gehst du im November auch wieder auf Konzertlesungstour mit Samuel Koch. Wie empfindest du diese gemeinsamen Konzertlesungen?

Ich freue mich immer sehr, wenn wir mit Samuel Koch auf Tour gehen. Erst einmal ganz schlicht und ergreifend deshalb, weil Sammy und ich uns dann endlich wieder regelmäßig sehen. Wir haben uns unheimlich gern und freuen uns immer extrem, wenn wir uns treffen. Dadurch, dass er als Schauspieler viel zu tun hat und ich häufig auf Tour bin, ist das leider schwierig. Wir haben keine typische Freundschaft, wo man sich Sonntagsmorgens zum Frühstück trifft oder so. Dafür sind unsere Treffen immer unglaublich intensiv. Während der Tour reden wir dann immer über alles, und man fragt sich selbst: „Was ist denn eigentlich in den letzten Monaten passiert?“ Das ist fast so wie an Weihnachten: Man lässt das Jahr noch einmal Revue passieren. Von daher freue ich mich sehr, mit ihm auf Tour zu gehen. Ganz besonders, weil es mit seinem neuen Buch und meinem neuen Album sicher superspannend für uns beide wird.